Berichte

Stössenstock 2941 m

Leitung, Bericht: Peter Gyr
Fotos: Barbara Kälin, Andre Kälin, Peter Gyr
Wetter: zuerst milchig, dann sonnig, windstill, angenehm, „super“
Teilnehmer: 8 Clubmitglieder

Am Treffpunkt sind alle überpünktlich anwesend. Nach der Begrüssung und dem obligaten Schnellcheck „Hender alles derbi: Ski, Felle, Harscheisen, Steigeisen, LVS...” bekennt sich schon jemand: „Oh, kein Stiegisä derbi!”
Frau ist flexibel und sie werden gemeinsam mit dem Auto geholt.
Auf zwei volle Autos aufgeteilt, rollt es Richtung Urnerland. In Auto 1 wird wacker über die weltpolitsch angespannte Lage diskutiert. Die abenteuerlichen Geschichten in Auto 2 handeln eher von der Vergangenheit und die eine oder andere Story durfte man auch schon miterleben...
Im Meiental angekommen, die Skis unter den Füssen, LVS-Check gemacht, laufen wir alle gutgelaunt auf der Sustenpassstrasse bis zur Verzweigung P. 1631 ins Chlialptal.
Über dies und das wird diskutiert und schon steht die erste Pause vor dem Aufstieg ins Hohbergtal an. Trinken, Kleidercheck und sich Sammeln für die nächsten 20 Spitzkehren im Pulverschnee.
Ideale Schneebedingungen auch Richtung Wichelplanggfirn und die Sicht zum Ziel erhöhen nicht nur den Puls, auch die Temperatur auf der Stirn durch die Sonne lässt die eine oder andere Schweissperle spriessen.
Am Skidepot angekommen, ist klar: Auch wenn es nicht super viel Schnee im Aufstieg zum Sattel hat, bevorzugen wir diesen Aufgang. Abfellen, Steigeisen anschnallen und hinaufkraxeln, schnell ein 30 m Rad Line Seil legen und die coole Truppe zieht gemeinsam zum Stössenstockgipfel.
Claudia und André dürfen wir auf dem Gipfel zur Erstbesteigung gratulieren.
Die Mittagspause genossen und das Gipfelfoto durch zwei Engelbergerinnen geschossen, treten wir zum interessanten Abstieg an.
Interessant, denn, unten am Sattel angekommen, turnen einige Tessiner ohne Steigeisen und zum Teil mit Snowboardboots an unserem Seil herum.
Nicht ganz klar, ob sie nun hinauf oder doch wieder herunter wollen, steigt unsere Truppe mal am Seil hinunter.
Unten angekommen, scheint sich das Seil bei den Südschweizern bewährt zu haben und ein Zurückziehen ist nicht möglich.
Kurze und klare Kommunikation durch Martin “Ihr müsst euch nun entscheiden, was ihr wollt, hinauf oder hinunter”, klärt die Situation.
Die Engelbergerinnen, mittlerweile auch wartend oben im Sattel, nehmen für uns dann - nach kurzem Zurufen - das Seil mit in die Besenbeiz.
Der eine Teil, schon wartend unten auf dem Firn, gleiten auch wir auf dem super angetauten Schnee zu ihnen. Traumhafte Flächen lassen jeden seine Linie ziehen, zwischendrin wieder mal eine härtere Unterlage.
Unten vor dem Couloir die Frage: rechts mittig oder gar links hinunter?
Rechts: wie viel Schnee hat es?, links: die vielen Haselstauden?, also Tourenleiter-Entscheid: mittig.
Für einige dann die heutige und letzte Herausforderung vor der Besenbeiz.
Alle sicher angekommen, das Seil mittlerweile auch wieder im Besitz des Tourenleiters, dürfen wir noch die eine und andere Prahlerei in der Besenbeiz hören.
Die grosse einzelne Herausforderung hat sich gelegt und der heutigen Tour wird die Note 4 gegeben.
Zum Glück für den Tourenleiter, ist der Schnitt mit 5.0 doch noch höher.

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